Sprachenvielfalt in der Schule und Anerkennung der Mehrsprachigkeit

„Aktuell entsprechen die rechtlichen Grundlagen zum herkunftssprachlichen Unterricht/ erstsprachlichen Unterricht auch in Niedersachsen nicht annähernd den Herausforderungen der heutigen globalisierten Welt, in welcher Vielfalt, Teilhabe und Chancengerechtigkeit nicht nur sinnentleerte Schlagwörter, sondern selbstverständliche Werte unseres Zusammenlebens sein sollten.“ (gemeinsamer Forderungskatalog der MSOen in Niedersachsen zu den Themen Sprachenvielfalt in der Schule und Anerkennung der Mehrsprachigkeit).

 

Um die Wertschätzung der kulturellen Vielfalt, der Mehrsprachigkeit und letztlich das Anerkennen der Lebensrealitäten des 21. Jahrhunderts zu stärken, hat Migranetz mit den Migrantenselbstorganisationen AMFN e.V., FöTEV Niedersachsen e.V., MEN e.V., dem Tolstoi Hilfs- und Kulturwerk Hannover e.V., dem Ukrainischen Verein in Niedersachsen e.V., dem Verband Polnischer Journalisten Deutschland und dem Verbindungsverein der polnischen Vereine in Hannover und Niedersachsen e.V. einen gemeinsamen Forderungskatalog zu den Themen Sprachenvielfalt in der Schule und Anerkennung der Mehrsprachigkeit verfasst. Bisher unterstützen 17 weitere Organisationen diese Forderungen.

 

Mit dem Forderungskatalog soll darüberhinaus deutlich gemacht werden, „dass es sich bei der zufriedenstellenden Umsetzung des HU/ erstsprachlichen Unterrichts nicht um eine insuläre, sondern um eine systemisch angelegte Fragestellung handelt, die auf verschiedenen Ebenen behandelt werden muss: Entwicklungen müssen in Politik, Justiz, Verwaltung, Lehrer*innenausbildung, Schulleitung, bei den Kerncurricula und Unterrichtsmaterialien sowie bei der Beteiligung der Erziehungsberechtigten stattfinden. Durch die systemische Herangehensweise an das Thema Mehrsprachigkeit kann die Demokratie in unseren Schulen, dem für unsere Kinder und Jugendlichen wichtigsten Ort für ihr Erleben von Vielfalt, Miteinander und Inklusion, gestärkt werden. Dieses verlangt sowohl von der Gesellschaft als auch von der Politik eine besondere Haltung ab: Eine Wertschätzung der kulturellen Vielfalt, der Mehrsprachigkeit und letztlich das Anerkennen der Lebensrealitäten des 21. Jahrhunderts. Lassen Sie uns Vielfalt leben und jedem Kind das Recht auf seine Sprache zurückgeben.

Forderungskatalog

Forderungskatalog zum Downloaden

Letzte Änderung: 03.11.2022

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