Pilotprojekt DaZNet: Evaluation

"Netzwerk für Deutsch als Zweit- und Bildungssprache, Mehrsprachigkeit und Interkulturelle Kompetenz“ (DaZNet), 2010 - 2015

Mit dem Projekt „Netzwerk für Deutsch als Zweit- und Bildungssprache, Mehrsprachigkeit und Interkulturelle Kompetenz“ (DaZNet) wurden seit dem Schuljahr 2010/11 in Niedersachsen Schulen systematisch dabei unterstützt, die Qualität von Sprachförderung und Sprachbildung zu steigern und diese zunehmend durchgängig zu gestalten, lebensweltliche Mehrsprachigkeit der Schülerinnen und Schüler stärker zu fördern sowie die interkulturelle Öffnung der Schule voranzutreiben. Für die Umsetzung wurde in Anlehnung an das BLK-Programm FörMig (2004-2009) ein Netzwerkansatz gewählt, bei dem sich die teilnehmenden Schulen einer Region schulformübergreifend miteinander vernetzen und gemeinsam den Entwicklungsprozess gestalten.

In 15 Regionen Niedersachsens entstanden im Projektverlauf DaZNet-Zentren, die dem schulformübergreifenden Austausch von Lehrkräften und dem Aufbau von Expertise an den beteiligten Netzwerkschulen dienten. Die praktische Schul- und Unterrichtsentwicklung wurde im Rahmen von Didaktischen Werkstätten realisiert. Die Zentren bildeten dabei für die Projektbeteiligten einen Ort der Inspiration und des Rückhaltes. Über die Sprachbildungs­koordinatorinnen und –koordinatoren der Netzwerkschulen wurde zudem auch eine Auswirkung der Netzwerkideen an die Netzwerkschulen erreicht. Diese sensibilisierten die Kolleginnen und Kollegen und trugen teilweise zum Aufbau von Strukturen der kollegialen Zusammenarbeit bei. Damit konnten erste wichtige Schritte in Richtung Umsetzung des Projektziels der Etablierung einer durchgängigen Sprachbildung in den Kollegien erreicht werden.

Evaluationsergebnisse

  • Die Ergebnisse der Evaluation des Projektes DaZNet werden in zwei Berichten präsentiert. Grundlage des Teilberichts I sind die quantitativen Auswertungen der mit Hilfe des Niedersächsischen Landesinstituts für Qualitätsentwicklung (NLQ) realisierten Online-Befragungen in den am Projekt beteiligten DaZNet-Schulen sowie einer soziodemographisch und schulstrukturell vergleichbaren Gruppe von nicht am Projekt beteiligten Schulen. Im Vordergrund steht hier die Frage unter welchen Ausgangsbedingungen das Projekt DaZNet in den beteiligten Schulen gestartet ist und welche Entwicklungen sich hier im beobachteten Zeitraum erkennen lassen.
  • In Teilbericht II werden vertiefend die Gelingensbedingungen schulischer Netzwerkarbeit betrachtet. Grundlage dieses Berichtes bilden die Gruppendiskussionen mit den Sprachlernkoordinatoren und Sprachlernkoordinatorinnen der DaZNet- Schulen. Die Gruppendiskussionen in 5 regionalen Zentren des Projektes DaZNet geben dabei Auskunft über die Mikroebene der Implementation in den teilnehmenden Schulen und den Netzwerkzentren.

Implikationen für die Verstetigung

Aus den Ergebnissen der Evaluation von DaZNet lassen sich für die Verstetigung der Projektideen drei Punkte ableiten:

  • Notwendig ist eine dezentrale Organisationeinheit, wie sie mit dem DaZNet-Zentren geschaffen wurde, um im Dialog mit den beteiligten Schulen bedarfsgerechte Fortbildungsangebote zur Verfügung zu stellen und die angestoßenen Lernprozesse in den Schulen kontinuierlich zu unterstützen. Ähnlich wie im DaZNet sind dabei zeitliche und finanzielle Ressourcen für die zukünftigen Berater und Beraterinnen ebenso bedeutsam wie eigenständige Entscheidungsmöglichkeiten für die Moderatorinnen und Moderatoren, die dazu geführt haben, dass die regionalen Zentren jeweils spezifische, auf die Situation ihres Netzwerks hin angemessene, Ziele verfolgen konnten (siehe hierzu Teilbericht II).
  • Um die Implementation der mit DaZNet verfolgten Ziele dauerhaft in den Schulen voranzutreiben und auch auf nicht am Projekt beteiligte Lehrkräfte auszuweiten, bedarf es schulischer Ansprechpartnerinnen und –partner, die über ähnliche Kompetenzen, Freiräume und Entlastungen verfügen wie die Sprachlernkoordinatorinnen und –koordinatoren im DaZNet-Projekt. Die kontinuierliche Anwesenheit einer oder mehrerer Personen auf Schulebene, die gemeinsame Lernprozesse im Hinblick auf Sprachförderung, Sprachbildung usw. in den Schulen initiieren, koordinieren, konzeptionell weiterentwickeln und in die Organisationsstruktur der Schule einpassen, ist daher dringend angeraten, da Berater und Beraterinnen, die dezentral agieren, Veränderungen in der Einzelschule nur bedingt kontinuierlich begleiten können. Die Etablierung einer lernenden Gemeinschaft auf Schulebene braucht eine fachlich-kompetente Moderatorin oder einen fachlich kompetenten Moderator, der vor Ort und zeitnah ansprechbar ist. 
  • Veränderungen in der Unterrichtspraxis setzen in der Regel einen langen Entwicklungsprozess voraus. Um diesen zu unterstützen, braucht es dezentrale Beraterinnen und Berater, die schulformübergreifend derartige Kooperationsprozesse und Fortbildungen koordinieren sowie in den Schulen agierende Personen, die den individuellen Entwicklungsprozess in Form schulischer Lerngemeinschaften begleiten, organisieren und ggf. evaluieren, aber vor allem auch elaborierte Formate der Fortbildung, die z.B. das individuelle Lernen über Supervision und Coaching fokussieren und dabei auch Videografien des eigenen Unterrichts als Lernanlass nutzen.

 

Drucken

Sie möchten diesen Inhalt mit anderen teilen?

Niedersachen-Portal
Ich möchte diesen Inhalt über einen Social Network- oder einen Bookmark-Dienst teilen:

* Pflichtfelder
zum Seitenanfang
zur mobilen Ansicht wechseln