Unesco-Projekt-Schulen

In mehr als 100 Städten verteilt über die gesamte Bundesrepublik und auch im Ausland. findet man etwa 200 unesco-projekt-schulen, davon sind 155 anerkannte und 45 mitarbeitende up-schulen. Weltweit sind es etwa 8800 Schulen, die im ASP-net (Associated Schools Projekt) in fast allen 191 Mitgliedstaaten der UNESCO mitarbeiten. Sie sind ganz "normale" Schulen mit einem kleinen, aber feinen Unterschied: Auf dem Stundenplan stehen die Einhaltung der Menschenrechte, kulturelle und Umweltbildung und der gerechte Ausgleich zwischen Arm und Reich.

Seit fast 50 Jahren leisten unesco-projekt-schulen kontinuierliche Arbeit im Bereich Interkultureller Bildung. Die Schulen wollen nicht "Modellschulen" sein. Das Besondere an ihnen ist nicht die Qualität des einzelnen Projektes oder einer speziellen Maßnahme, sondern die Koordination verschiedener Maßnahmen zur Interkulturellen Bildung und der kontinuierliche Austausch von Ideen im Rahmen eines nationalen und weltweiten Netzwerkes. Diese Schulen sind keine Versuchsschulen, haben keine ausgewählten Kollegien, haben ähnliche Bedingungen wie die meisten anderen Schulen im Lande. Sie stellen sich im Besonderen den interkulturellen Herausforderungen dieser Gesellschaft. Die zusammengefassten Erfahrungen dieser Schulen sind ein interessantes Potential für Schulen mit dem programmatischen Schwerpunkt Interkulturelle Bildung.

Die unesco-projekt-schulen (internationale Bezeichnung "Associated Schools Project") sind ein Zusammenschluss von national 122 Schulen (weltweit über 4000 Schulen in 127 Ländern) im Geiste der UN und der UNESCO. Die unesco-projekt-schulen werden inzwischen definiert als "Netzwerk für interkulturelles Lernen". Derzeit 122 unesco-projekt-schulen in Deutschland werden koordiniert von den Regionalkoordinatoren in allen Bundesländern und einem hauptamtlichen (von einem Bundesland für je 3 Jahre freigestellter Lehrer) Bundeskoordinator mit Sitz in Bonn, der in enger Kooperation mit der Deutschen UNESCO-Kommission arbeitet.

Die Themenschwerpunkte sind die Durchsetzung von Menschenrechten, die Ermöglichung globaler Entwicklung, die Erhaltung und Rettung der Umwelt und die Einübung von Toleranz gegenüber Fremden und Fremdem. Die Schulen versuchen diese Themenbereiche in den Fachunterricht und in Projekte zu integrieren und zur Vermittlung interkultureller Kompetenz beizutragen. 

Nahezu alle unesco-projekt-schulen unterhalten Kontakte zu Projekten in der sogenannten Dritten Welt. Insbesondere werden vielfältige Schüleraustauschprogramme gepflegt. 

Alle Schulen sind gehalten ihre Ansätze in Seminare und spezielle Programme der unesco-projekt-schulen einzubringen. 

Sowohl für Regionalkoordinatoren als auch für Schulkoordinatoren werden Fortbildungen und Materialien angeboten, um die Arbeit vor Ort zu verbessern (Moderation, Öffentlichkeitsarbeit, Kommunikationsstil, Fund-Raising, Controlling, Schul- und Programmentwicklung ...) 

Seit 3 Jahren werden gemeinsame Programme und Aktionen im deutschen Netz angeregt und durchgeführt: 

  • -"Ostsee-Projekt" und "Blaue Donau-Projekt" versuchen, regionale und internationale ökologische Arbeit in den unesco-projekt-schulen in der Nähe dieser Gewässer durch Camps, Seminare und Informationsaustausch zu koordinieren. 
  • Ein Programm für den Aufbau eines Telekommunikationsnetzes zwischen den unesco-projekt-schulen wird zurzeit entwickelt und soll Möglichkeiten des Austausches und gemeinsamer Projekte verbessern. 
  • Ein Netzwerk von Schulen, die sich am Welterbeprogramm der UNESCO beteiligen, entsteht in diesem Jahr.
  • Es gibt regionale Netzwerke: So kooperieren Schulen, die Tansania-Partnerschaften unterhalten. Sie führen gemeinsame Fahrten und Veranstaltungen durch. In Niedersachsen beginnt eine Kooperation von 4 Schulen mit Beiträgen zur Gedenkstättenarbeit. Seit geraumer Zeit kooperieren Schulen mit Interesse am Austausch von Kultur-Workshop-Programmen durch Austausch von Konzepten und interessanten Kooperationspartnern.

Bundesweit gibt es verschiedene Aktionen, die sich an alle 122 Schulen richten: 

Eine Aktion vertreibt Graphitstifte für ein Projekt in Indien. In Kooperation mit amnesty international werden Klassik-CD`s zugunsten von Straßenkinderprojekten vertrieben ("Klassik für Menschenrechte"). 

Sehr erfolgreich wurde unter Schirmherrschaft der KMK seit Mitte 1994 die erste Phase einer Aktion "Hilfe für Kinder in Kroatien und Bosnien" durchgeführt , an der fast alle unesco-projekt-schulen mit vielfältigen Solidaritätsaktionen und Unterrichtsbeiträgen teilgenommen haben. 

Zum Gedenktag an die Katastrophe von Tschernobyl führten die unesco-projekt-Schulen im April 1996 auf Anregung des Bielefelder Oberstufenkollegs eine Kampagne durch, an der sich hunderte von Schulen in Deutschland und in aller Welt beteiligt haben. 

1998 wurde von fast allen Schulen die 50. Wiederkehr des Jahrestages zur "Allgemeinen Deklaration der Menschenrechte" in vielfältigen Aktionen begangen. Zusammen mit rund 1000 Schulen weltweit werden die Schulen in Niedersachsen auf ihre Schule zugeschnittene Beiträge realisieren.
 

Vielfalt ist Prinzip des Netzwerkes und der einzelnen Schule

Alle 122 Schulen in Deutschland sind anders. Ihr "Unesco-Profil" unterscheidet sich durch Themen und Methoden. Allein gemeinsam ist jedoch, dass sich für die Schüler der Schule ein Mosaik von Möglichkeiten präsentiert, welches sie in der Regel wahrnehmen können, aber nicht müssen. Durch viele verschiedene Einzelaktivitäten im Laufe des Jahres und turnusmäßig wiederkehrende Aktionen und Themen entsteht ein Anregungsmilieu, das große Chancen für die Entwicklung interkultureller Kompetenz bietet. 

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