Schwerpunkt 2

Rhythmus als prägendes Gestaltungsmittel von Musik

Bei diesem Schwerpunkt steht die Auseinandersetzung mit Rhythmus und seinem Zusammenwirken mit weiteren Gestaltungsmitteln im Vordergrund. Dabei können die Schülerinnen und Schüler verschiedene rhythmisch-metrische Phänomene und ihre Wirkung sowohl analytisch als auch gestaltend erfahren, z. B. als Ordnungsprinzip bzw. Brechung desselben oder als Impuls zu körperlicher Bewegung. Igor Strawinskys Ballettmusik „Le Sacre du Printemps“ ist in diesem Zusammenhang als ein Werk anzusehen, in dem die genannten Aspekte von zentraler Bedeutung sind.

Dabei werden die folgenden spezifischen Kenntnisse und Fähigkeiten vermittelt:

  • Analytische Anwendung der Begriffe Metrum, Takt, Rhythmus; Synkope, Taktarten/-wechsel, Polymetrik/ -rhythmik
  • Fähigkeit, tradierte rhythmisch-metrische Modelle als Bewegungsimpuls zu erfassen (z. B. Walzer, Marsch)
  • Fähigkeit, komplex gestaltete rhythmisch-metrische Strukturen (z. B. Akzentverschiebungen, nicht notierte Taktwechsel, Reihungen, Überlagerungen, Brechungen) unter Zuhilfenahme von Höranalyse und Notentext zu erkennen und zu beschreiben, auch in Bezug auf die Wirkung
  • Fähigkeit, Zusammenhänge zwischen rhythmisch-metrischen Strukturen und anderen Gestaltungsmitteln (Melodik, Harmonik, Dynamik, Klang, Form) zu erkennen und zu beschreiben, auch in Bezug auf die Wirkung
  • Fähigkeit zur De- / Neukonstruktion eines gegebenen Materials (Ausschnitt aus einem Tanz) durch rhythmisch-metrische Veränderung, auch in Verbindung mit anderen musikalischen Gestaltungsmitteln, und zur Erläuterung des Ergebnisses
  • Analyse und Interpretation
    • des Agnus Dei aus der „Messe de Nostre Dame“ von Guillaume de Machaut und von Olivier Messiaens „Mode de valeurs et d´intensités“ als Beispielen für Musik, in der der Rhythmus als strukturierendes Ordnungsprinzip wirksam ist
    • von ausgewählten Sätzen aus Peter Tschaikowskys Nussknacker-Suite op. 71a (u.a. Blumenwalzer) sowie eines Militärmarsches als Beispielen für Musik mit Rhythmus als Bewegungsimpuls
    • der Märsche 4 und 6 aus Maurizio Kagels „10 Märsche um den Sieg zu verfehlen“ als Beispielen für Musik mit dekonstruierender Brechung überlieferter Vorstellungen
    • von György Ligetis Étude 4 „Fanfares“ aus den „Études pour piano“ als Beispiel für rhythmisch-metrische Ordnung und ihre Brechung
    • von Igor Strawinskys Ballettmusik „Le Sacre du Printemps“ 2 als Beispiel für die prägende Wirkung von rhythmisch-metrischen Strukturen, auch in ihrer Wechselwirkung mit anderen Gestaltungsmitteln:
      • Les Augures printaniers bis Z. 37 mit Introduction ab Z. 12: darin insbes. Entstehung des Metrums (nach Z. 12); unregelmäßige Akzentgebung (z.B. ab Z. 13); metrische Schwerpunktbildung durch Tonhöhengestaltung, dadurch Überlagerung unterschiedlicher Taktarten (ab Z. 28)
      • Jeu du rapt von Z. 43 bis Z. 48: Taktwechsel durch Hinzufügen bzw. Weglassen einzelner Töne (ab Z. 43); Unterstützung der metrischen Schwerpunktbildung durch die Dynamik (ab Z. 44); Taktwechsel durch Akzentverlagerung (ab Z. 47)
      • Jeux des cités rivales ab Z. 64 und Cortège du sage bis Z. 71: Überlagerung verschiedener rhythmisch-metrischer, melodischer und klanglicher Schichten, auch als Mittel der Steigerung
      • Danse sacrale: Zusammenwirken musikalischer Gestaltungsmittel im Dienste unmittelbarer rhythmisch-metrischer Wirkung (z. B. bei Z. 149 und ab Z. 192 bis zum Ende)
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