Politikinszenierung in der Mediengesellschaft

Fragen für den Politikunterricht zum Thema:

  • Inwieweit lassen sich Medien zu politischen Zwecken instrumentalisieren?
  • Welchen Einfluss haben Medien auf das politische Geschehen in Deutschland?
  • Wird dabei ein bestimmtes Politikbild vermittelt?
  • Wie verhalten sich die Akteure (Journalisten und Politiker) angesichts der offenkundigen Verflechtung ihrer Arbeitsbereiche?

 

Ein aktuelles Beispiel:
Charlie-Hebdo-Trauermarsch in Paris: Inszenierung der Politiker-Demo?

Die Bilder gingen um die Welt: Arm in Arm führten die Mächtigen dieser Welt den Trauermarsch in Paris zum Gedenken an die Opfer der Terroranschläge an. Die Fotos sollten signalisieren: Wir stehen zusammen gegen den Terror und für den Frieden, Seite an Seite mit dem Volk.

Doch dann tauchten schnell Bilder auf, die offenbarten, dass die Politiker-Front nicht wirklich den Trauermarsch angeführt hat.

Umgang mit Bildern: „Das ist harte journalistische Arbeit…“ !?

„Halten wir es doch einfach mal aus, dass es eine große Geste von Millionen von Menschen und zahlreichen Politikern gab, an der nichts auszusetzen ist. Versuchen wir nicht, solche Gesten gleich als Inszenierung zu diffamieren. Und was die Berichterstattung darüber betrifft: Kein Foto zeigt “die” Realität. Jedes Foto zeigt einen Ausschnitt, und gleichzeitig gibt es viel mehr, was das Foto nicht (!) zeigt. Das ist kein Frisieren, kein Zensieren und kein Inszenieren. Das ist Journalismus, das ist die Auswahl von Bildern, Ausschnitten und Fakten. Das ist harte journalistische Arbeit, die sich an ethischen und handwerklichen Standards messen lassen muss.
Und was haben wir am Sonntag im “Ersten” gezeigt? Zum einen die Politiker. Sorry, dass Kameraleute und Fotografen nicht immer einen Hubwagen zur Hand haben.“
(Auszug aus der Entgegnung von Kai Gniffke, Erster Chefredakteur ARD-aktuell und EinsExtra, vom 13. Januar 2015 auf die Kritik an der Berichterstattung)

... Aufgabe von Journalisten...

„Ich kann verstehen, dass Menschen das ärgert, wenn sie das erfahren. Wenn sie Grund haben anzunehmen, dass Journalisten ihnen etwas vormachen und Komplizen bei einer Inszenierung sind, anstatt diese Inszenierung kenntlich zu machen. Natürlich ist jede Auswahl eines Fotos oder eines Filmausschnittes eine subjektive Entscheidung. Es ist aber nicht die Aufgabe von Journalisten, den Aufmarsch von mehreren Dutzend Staats– und Regierungschefs durch eine geschickte Wahl der Perspektive besonders eindrucksvoll wirken zu lassen.“ (Stefan Niggemeier)

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