Ökologische Kompetenz

„Die zweite Kompetenz, die ich für zentral und durchaus neu in ihrer Dimension halte, ist die ökologische Kompetenz. Es ist notwendig, die Menschen in diesen Zusammenhängen zu bilden, und zwar wiederum durch sachliche Information und Orientierung. Erst seit zwanzig, dreißig Jahren höchstens begreifen wir Natur als eine Herausforderung für die Ethik. Seit Aristoteles ist Natur gewissermaßen der Boden, auf dem wir uns bewegen, aber kein ethisches Problem. Das ethische Problem besteht darin, dass wir imstande sind, mit Stumpf und Stiel unsere eigene Lebensgrundlage zu vernichten.

Und das ist eine Frage eben auch ethischer Entscheidungsmöglichkeiten und –alternativen. Aber Ökologie als Schlüsselqualifikation fasse ich sehr viel weiter. Es im Grunde der pflegliche Umgang mit der Natur und den Dingen. So wie wir Dinge behandeln, wie wir sie verschwenden und zerstören und wie wir mit ihnen umgehen, so behandeln wir auch das uns Äußerliche, die Natur. Und deshalb ist ökologisches Bewusstsein, ökologische Kompetenz ein Essential unserer Gesellschaft und keine Nebensache, auf die man notfalls auch verzichten könnte.

In den Kompetenzen, die ich hier angesprochen habe, werden Bildungsinhalte genannt, die mit politischer Bildung zentral zu tun haben, weil sie immer bezogen sind – das ist das Politische daran – auf das Wohl und Wehe des Gemeinwesens. Es sind nie nur individuelle Probleme.“[1]


 [1] Rede von Prof. Oskar Negt beim Jahresempfang des DGB-Bildungswerks NRW e.V. am 10.02.2000

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