Katholische Religion

 

Ohne Sprachkompetenz kein Bildungserfolg. Durchgängige Sprachbildung ist daher eine Bildungsaufgabe aller Fächer und als solche auch in den Fach-Kerncurricula (KC) verankert. Auch Interkulturelle Bildung spielt in fast allen Fächern eine wichtige Rolle. Wir leben in einer plurikulturellen und mehrsprachigen Gesellschaft und Interkulturelle Kompetenz ist eine Ressource für unsere Gesellschaft und Wirtschaft. 

Im Folgenden wird aufgezeigt, in welcher Hinsicht Sprachbildung und Interkulturelle Bildung im Fach Katholische Religion eine Rolle spielen. Dazu wird exemplarisch das KC für die Integrierte Gesamtschule (IGS) herangezogen, da dieses alle Schulformen der Sekundarstufe I abbildet. 

Sprachbildung

Das Fach Katholische Religion leistet einen wichtigen Beitrag zur Sprachbildung:

Die Kompetenzerwartungen wie Urteilskompetenz – in religiösen und ethischen Fragen begründet urteilenDialogkompetenz – am religiösen und ethischen Dialog teilnehmen und Gestaltungskompetenz – religiöse Ausdrucks- und Gestaltungsformen verwenden zeigen die Wichtigkeit von sprachlichen Fähigkeiten im Fach Katholische Religion. Die inhaltlichen Bereiche aus den sechs Kompetenzbereichen aus der Perspektive des katholischen Verständnisses des Christentums beinhalten jeweils wichtige Elemente, die sich mit der Sprachbildung auseinandersetzten. Inhaltlich sind hierbei von wichtigen Sprachelementen wie "darstellen", "erläutern", "beschreiben" oder "beurteilen" die Rede. Diese Elemente sind in jeder Kategorie der verschiedenen Kompetenzbereiche des Fachs Katholische Religion wiederzufinden.

"Der Mitarbeit im Unterricht kommt bei der Bestimmung der Gesamtzensur im Fach Katholische Religion ein deutlich höheres Gewicht zu als der schriftlichen Leistung. (...) Besonders zu berücksichtigen sind die Kontinuität des Engagements und die Komplexität der Beiträge. Der Kommunikationsfähigkeit (Handhabung von Gesprächsregeln, situationsangemessene Sprechweise) und der Kooperationsfähigkeit (sachbezogenes Eingehen auf andere Beiträge, zielorientiertes und effektives Arbeiten in verschiedenen Sozialformen) kommt erhebliches Gewicht zu." (KC Kath. Religion, S. 30f.)

 

Interkulturelle Bildung

Das KC katholische Religion enthält wichtige und weiterführende Elemente auch für die interkulturelle Bildung in einer „modernen pluralen“ (S. 7) Gesellschaft, während es zugleich von kulturell homogenen Regionalkulturen ausgeht und diese von der „universalen Weltgesellschaft“ abgrenzt (vgl. S. 7). Insbesondere sollen der "sachgemäße" (S. 8) Umgang mit Religion und die interreligiöse Dialogkompetenz gefördert werden:

„[…] angesichts des expandierenden religiösen Marktes und des wachsenden Missbrauchs von Religion für kommerzielle und politische Zwecke sind religiöse Bildung und die Fähigkeit zur ‚Unterscheidung der Geister‘ zu einem Desiderat unserer Zeit geworden.“ (KC kath. Religion IGS, S. 8)

Der katholische Religionsunterricht will diesen Entwicklungen entgegentreten und Kenntnisse auch über das Judentum und den Islam vermitteln, damit Jugendliche „die gegenwärtige kulturelle Situation besser […] verstehen“ können (S. 8).

Besonders betont das KC katholische Religion „die Stärkung der Person [als] vordringliches Bildungsziel“ (S. 7), auch hinsichtlich seiner „eigene[n] kulturelle[n] Identität, die sich mit anderen kulturellen Identitäten verständigen kann“ (S. 7). Ein hilfreicher Begriff dafür ist „gesprächsfähige Identität“ (S. 10). Zu ihr gehöre „vor allem die Anerkennung der Andersheit des anderen - seiner besonderen kulturellen Bestimmtheit“ (S. 7).  

Die für interkulturelle Kompetenz zentralen Bestandteile „Urteils-“ und „Dialogkompetenz“ gehören zu den erwarteten Kompetenzen im KC katholische Religion (vgl. S. 16). Insbesondere die Vermittlung der Dialogkompetenz ist von besonderer Relevanz.  Beide Kompetenzen werden in verschiedene Komponenten unterteilt, die die kriteriengeleitete Auseinandersetzung, die Formulierung eines begründeten eigenen Standpunktes und die respektvolle Kommunikation bzw. Kooperation mit Angehörigen anderer Religionen und Weltanschauungen enthalten. (vgl. S. 16)

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