Differenzierung durch Leichte Sprache

Im Zuge der Materialsuche und -erstellung für DaZ-Lernende werden auch Webseiten und Online-Medien in Leichter Sprache zitiert. Ursprünglich richteten sich Texte in Leichter Sprache vornehmlich an Menschen mit Handicap. Inzwischen werden diese aber auch von Sprachlernern und für den DaZ-Unterricht, z.B. zum anfänglichen Üben des Leseverstehens, genutzt. 

"Leichte Sprache ist eine Varietät des Deutschen, die im Bereich Satzbau und Wortschatz systematisch reduziert ist. Ebenso systematisch ist die Reduktion mit Bezug auf das Weltwissen, das für die Lektüre vorausgesetzt wird. Außerdem zeichnen sich Leichte-Sprache-Texte durch eine besondere Form des Layouts aus." (Auszug aus: Christiane Maaß: Leichte Sprache. Das Regelbuch, Münster: Lit, 2015, S. 7-9.) 

Insofern sind Texte in Leichter Sprache für Menschen aus einem anderen kulturellen Zusammenhang inhaltlich leichter zu erschließen. Abstrakta (mit häfuig sprachspezifischen Konzepten) werden vermieden. Fachbegriffe werden erklärt, so dass nicht immer gleich eine Übersetzung notwendig ist. Eine besondere Typografie (z.B. ein Satz pro Zeile) kann ebenfalls hilfreich sein, wenn für die Lernenden die lateinische Schrift neu ist. Durch den Medio・punkt können Komposita leichter entschlüsselt werden.

Insbesondere für Lehrkräfte sind Kenntnisse über die zu vermeidenden sprachlichen Schwierigkeiten hilfreich. Nur mit Hilfe eines entsprechenden Bewusstseins ist sprachsensibler Fachunterricht möglich. Die Regeln der Leichten Sprache bieten dabei eine Orientierungshilfe.

Im Unterricht eignet sich Leichte Sprache für Aufgabenstellungen, aber auch zur Differenzierung von Fachtexten. So können anfänglich sprachliche Hürden abgebaut werden, die der Vermittlung von Fachkompetenz sonst im Wege stünden. Das langfristige Ziel besteht weiterhin darin, auch die Fach- und Bildungssprache zu vermitteln.

 

 

 

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Was ist Leichte Sprache?

von Prof. Christiane Maaß, Universität Hildesheim

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