Räumliche Orientierung

Räumliche Orientierung bedeutet nicht nur ein Sich-Zurechtfinden im Raum, wie es in den inhaltsbezogenen Kompetenzen zum Ausdruck kommt, sondern stellt eine Entwicklung dar, bei der die Schülerinnen und Schüler durch folgende in den Doppeljahrgängen vorherrschende Teilprozesse Raumkompetenz erwerben:

  • SJg. 5/6: Raumwahrnehmung – Raumkenntnis
  • SJg. 7/8: Raumerklärung – Raumerfassung
  • SJg. 9/10: Raumbewertung – Raumbewusstsein – Raumverantwortung

Räume kann man unter verschiedenen Blickwinkeln analysieren. Jede Perspektive bietet eine besondere Sicht auf die Welt. Durch diese Fenster der Weltbeobachtung kann man unterschiedliche Aspekte von Raum betrachten. Dabei ist es wichtig, sich bewusst zu machen, wie man auf den Raum schaut, welche erkenntnistheoretische Brille man aufsetzt. So kann man „Raum“ objektiv oder subjektiv betrachten („Vier Blicke“).

Objektive Raumperspektiven:

Der Raum als „Container“

„Räume“ werden im realistischen Sinne als „Container“ aufgefasst, in denen bestimmte Sachverhalte der physisch-materiellen Welt enthalten sind. In diesem Sinne werden „Räume“ als Wirkungsgefüge natürlicher und anthropogener Faktoren verstanden, als das Ergebnis von Prozessen, die die Landschaft gestaltet haben, oder als Prozessfeld menschlicher Tätigkeiten.

Der Raum in seiner Beziehung zu anderen Räumen

„Räume“ werden als Systeme von Lagebeziehungen materieller Objekte betrachtet, wobei der Akzent der Fragestellung besonders auf der Bedeutung von Standorten, Lagerelationen und Distanzen für die Schaffung gesellschaftlicher Wirklichkeit liegt.


Subjektive Raumperspektiven:

Der Raum in der Wahrnehmung verschiedener einzelner Personen

„Räume“ werden als Kategorie der Sinneswahrnehmung und damit als „Anschauungsformen“ gesehen, mit deren Hilfe sie eingeordnet und differenziert werden.

 

Der Raum in seiner Darstellung durch Medien und Institutionen sowie gesellschaftliche Gruppen

„Räume“ werden in der Perspektive ihrer sozialen, technischen und gesellschaftlichen Konstruiertheit aufgefasst, indem danach gefragt wird, wer unter welchen Bedingungen und aus welchen Interessen, wie über bestimmte Räume kommuniziert und sie durch alltägliches Handeln fortlaufend produziert und reproduziert.
Die Entscheidung für die Raumperspektiven ist abhängig von der leitenden Fragestellung.
Der Kompetenzbereich „Orientierung im Raum“ umfasst Fähigkeiten und Fertigkeiten, sich mittels räumlich-topografischen Wissens auf lokaler, regionaler und globaler Ebene zu orientieren, sie zu gliedern und reflektiert wahrzunehmen.

 

Kenntnis grundlegender topografischer Wissensbestände

Die Schülerinnen und Schüler …

  • verfügen auf den unterschiedlichen Maßstabsebenen über ein basales Orientierungswissen (z. B. Name und Lage der Kontinente und Ozeane, der großen Gebirgszüge der Erde, der einzelnen Bundesländer, von großen europäischen Städten und Flüssen),
  • kennen grundlegende räumliche Orientierungsraster und Ordnungssysteme (z. B. das Gradnetz, die Klima- und Landschaftszonen der Erde, Regionen unterschiedlichen Entwicklungsstandes).

Kompetenz zur Einordnung geografischer Objekte und Sachverhalte in räumliche Ordnungssysteme

Die Schülerinnen und Schüler …

  • beschreiben die Lage eines Ortes und anderer geografischer Objekte sowie Sachverhalte in Beziehung zu weiteren geografischen Bezugseinheiten (z. B. Flüsse, Gebirge),
  • beschreiben die Lage geografischer Objekte in Bezug auf ausgewählte räumliche Orientierungsraster und Ordnungssysteme (z. B. Lage im Gradnetz).

 

Kompetenz zur Orientierung in Realräumen

Die Schülerinnen und Schüler …

  • bestimmen mithilfe einer Karte und anderer Orientierungshilfen (z. B. natürliche Gegebenheiten, Sonnenstand, Himmelsrichtungen, Straßennamen, Kompass, GPS) ihren Standort im Realraum,
  • beschreiben anhand einer Karte eine Wegstrecke im Realraum,
  • orientieren sich mithilfe schematischer Darstellungen (z. B. Verkehrsnetze).

 

Kompetenz zur differenzierten Raumwahrnehmung und -konstruktion

Die Schülerinnen und Schüler …

  • erläutern, dass Räume stets selektiv und subjektiv wahrgenommen werden,
  • erläutern, dass Raumdarstellungen stets konstruiert sind (z. B. anamorphe Karten).
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