Schwerpunkt 1

Eine Oper der Extreme: Puccinis „Tosca“

Dieser Schwerpunkt ermöglicht den Schülerinnen und Schülern exemplarische Erfahrungen mit der Gattung Oper an einem Werk, das auf Sänger wie Publikum auch über hundert Jahre nach seiner Entstehung noch eine unvermindert starke Anziehung ausübt und dank der Schlagkraft des Librettos, der Ausdrucksintensität der Musik und der unmittelbaren Nachvollziehbarkeit der dargestellten Konflikte heute weltweit zu den meistaufgeführten seiner Gattung gehört.

Ein Zugang ist möglich über grundsätzliche gattungsbezogene Aspekte, über das geschichtliche und künstlerische Umfeld des Werks um 1900 oder über den historischen Hintergrund des Sujets.

Dabei werden folgende Grundkenntnisse und Kompetenzen vermittelt:

  • Kenntnis des „Tosca“-Librettos in deutscher Übersetzung (Synopse italienisch – deutsch)
  • Arbeit mit dem Klavierauszug
  • Orientierungswissen über die Gattung Oper (Gesangs- und Nummernoper, Formtypen Rezitativ und Arie)
  • Exemplarische Analysen und Interpretationen einzelner Abschnitte aus „Tosca“ hinsichtlich der Verbindung von Musik, Szene und Text, darin u. a. :
    • Fähigkeit, kantable und deklamatorische Elemente der Singstimme zu erkennen, angemessen zu beschreiben und die Art ihrer Verwendung in Bezug auf Text, Bühnengeschehen und angestrebte Wirkung zu deuten
    • Fähigkeit, das jeweilige Verhältnis von Singstimme und Orchester sowie Gestalt und Funktion des Orchesterparts zu beschreiben und zu interpretieren
    • Analyse und Interpretation kleinerer Formen aus „Tosca“ (z. B. 3. Akt, Cavaradossi-Arie „E lucevan le stelle“) wie auch großflächigerer Entwicklungen (z. B. Ostinato-Technik im Finale des 1. Aktes, „Tre sbirri“)
    • Fähigkeit, aus der Analyse musikalischer Gestaltungsmittel die Charakterisierung einer Figur zu entwickeln
    • Fähigkeit, Motive und zentrale Leitmotive (hier insbesondere das die Oper eröffnende Scarpia- Motiv, ferner das „Liebesmotiv“, 1. Akt „Andante mosso“ nach Ziffer 37) in Gestalt, Ausdruck, Änderung und Verwendung zu beschreiben und in ihrem jeweiligen dramaturgischen Sinn an verschiedenen Stellen der Oper zu deuten
    • Orientierungswissen über Ziele und Hintergründe des sog. „Verismo“ bzw. realistischer und naturalistischer Tendenzen um 1890, Erörterung der Anwendung auf „Tosca“
    • damit zusammenhängend: Fähigkeit, den kompositorischen Einbezug musikalischer bzw. akustischer „Wirklichkeit“ zu erkennen und die jeweilige Art der Verwendung und Integration der „realen“ Elemente zu beschreiben und zu deuten (z. B. Kirchenglocken)
Drucken

Sie möchten diesen Inhalt mit anderen teilen?

Niedersachen-Portal
Ich möchte diesen Inhalt über einen Social Network- oder einen Bookmark-Dienst teilen:

* Pflichtfelder
zum Seitenanfang
zur mobilen Ansicht wechseln