Sport in der Grundschule

Der Auftrag des Fachs Sport in der Grundschule besteht in der Vermittlung einer grundlegenden Bildung, deren Ausgangspunkt und Ziel ein bewegungsaktives Weltverstehen ist, das auf selbsttätigen, eigenaktiven Auseinandersetzungsprozessen basiert.

 

Entwicklungstheoretische Begründung

Kinder brauchen Bewegung in mehrfacher Hinsicht:

  • Sich-Bewegen ist für Kinder ein Grundbedürfnis und Ausdruck ihrer Lebensfreude. Es ist damit für eine gesunde emotionale Entwicklung unentbehrlich.

  • Die sich in einer der intensivsten Wachstumsphasen befindenden Kinder brauchen Bewegung für die Entwicklung aller Funktionen des Körpers. Bewegung ist daher für eine gesunde körperliche Entwicklung unumgänglich.

  • Über die körperliche Entwicklung hinaus ist Bewegung die kindliche Form der Auseinandersetzung mit der materialen und sozialen Welt, aus der sich vielfältige Anreize für die kognitive und die soziale Entwicklung ergeben.

 

Die Bedeutung von Bewegung, Spiel und Sport im Rahmen schulischer Bildung ist unter drei Aspekten zu sehen:

  • Aspekt der Entwicklung grundlegender motorischer Fähigkeiten und Fertigkeiten
    Veränderungen der Lebensbedingungen, unter denen Kinder heute aufwachsen, können zu einer Verschlechterung der motorischen Leistungsfähigkeit, zumindest in Teilbereichen, führen. Aus diesem Grunde ist die Entwicklung motorischer Fähigkeiten und Fertigkeiten wesentlich und als Lernprozess anzulegen, der möglichst alle Bereiche der Sport- und Bewegungsaktivitäten umfasst.

     

  • Erzieherische Aspekte
    Der übergreifende Erziehungsbeitrag des Fachs lässt sich als Erziehung durch und zu Bewegung, Spiel und Sport bezeichnen. Bewegung, Spiel und Sport stellen einerseits Möglichkeiten dar, Werte und Normen handelnd zu erfahren, die auf andere Situationen übertragen werden können. Anderer- seits kann durch das Kennenlernen verschiedener Bewegungsbereiche und der Vielfalt der Motive sportlichen Handelns sowie durch das Einführen in Sportarten auch eine Erziehung zum Sport erfolgen, durch die viele sportliche Handlungsfelder als Möglichkeiten einer sinnvollen Freizeitgestal- tung zugänglich werden können. Zusammenfassend lässt sich dieser Bereich des Fachauftrags als Qualifizierung für eine Teilhabe an der außerschulischen Bewegungs-, Spiel- und Sportkultur bezeichnen. Weiterhin ist ausgehend von körperlichen Erfahrungen die Bedeutung von Bewegung und Sport zur Erhaltung der Gesundheit als Bildungschance zu nutzen.

  • Aspekt der bewegungsgeleiteten, sinnesaktiven Welterschließung
    Sport- und Bewegungsaktivitäten stellen eine auf Wahrnehmung beruhende Auseinandersetzung mit der Welt dar. Im Sich-Bewegen entsteht eine unmittelbare und einzigartige Handlungsebene, die den sinnesaktiven Umgang mit der Welt mobilisieren kann. Bewegung wird dadurch wie Sprache zu einer wichtigen Möglichkeit der Verständigung zwischen Mensch und Welt.

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