Projekt Lesebus (1992 - 2004)

Niedersachsen ist eines der Flächenländer in Deutschland, d.h., es gibt eine Vielzahl an ländlich strukturierten Gebieten ohne städtische kulturelle Infrastruktur in der Nähe. Zentrale Veranstaltungen zur Information, Beratung oder Fortbildung sind häufig nur mit erheblichen Schwierigkeiten durchzuführen und sehr ressourcenaufwendig. Es erscheint daher sinnvoll, die notwendigen Veranstaltungen überwiegend vor Ort stattfinden zu lassen und aus den alltäglichen Arbeitsbedingungen heraus zu konzipieren und zu organisieren.

Diese Erfahrungen waren ein Ausgangspunkt für Überlegungen des Niedersächsischen Kultusministeriums und der Stiftung Lesen, einen mobilen Beratungsdienst für alle an der Leseförderung beteiligten Institutionen und Personen einzurichten - eine Aufgabe, die angesichts der stetig wachsenden Zahl der sekundären Analphabeten in Deutschland und der Feststellung einer sich verringernden Lesefertigkeit von Schülerinnen und Schülern schon 1991 - ein Jahrzehnt vor PISA - als dringlich erkannt wurde.

Die TOTO - LOTTO - GmbH gab die Anschubfinanzierung für Anschaffung, Umbau und Ausstattung eines Busses, das Niedersächsische Kultusministerium stellte drei Lehrkräfte für die Beratungstätigkeit auf dem Wege der Abordnung bereit, das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur kam als weiterer wichtiger Finanzpartner hinzu. Die Stiftung Lesen schließlich gewährleistete das, was durch die beteiligten Behörden nicht abgedeckt werden konnte: Mittel für den Fahrer, Unterhalt des Busses, Literatur etc. Dadurch wurde in Niedersachsen eine wichtige Kooperation zwischen Behörden einerseits und privaten Trägern andererseits institutionalisiert. Zur Ausstattung des Projektes Lesebus gehörten ferner ein Seminarraum für Veranstaltungen sowie ein Bürobereich, um die vor- bzw. nachbereitenden Arbeiten zu erledigen.

Das Projekt „Lesebus“ wurde an die damalige Landesmedienstelle Niedersachsen angedockt. Damit wurde signalisiert. Dass Leseförderung als Element einer umfassenden Medienbildung verstanden wurde. Das Projekt war zunächst auf 6 Jahre angelegt. 1998 und 2001 wurde der Vertrag um jeweils weitere 3 Jahre verlängert.

Im Gesamtkonzept der Leseförderung haben sich - bedingt durch veränderte Rahmenbedingungen, aber auch durch eine veränderte Teamzusammensetzung - in den einzelnen Projektphasen jeweils neue Schwerpunkte herausgebildet. Innerhalb der einzelnen Phasen gab es Anpassungen an die aktuellen Situationen, oder es begannen Entwicklungen, die über die jeweilige Projektphase hinaus weiterliefen.

Daraus resultierte eine große inhaltliche Flexibilität, die neben der Mobilität die gesamte Projektarbeit charakterisierte. Es lassen sich drei konzeptionelle Schwerpunkte unterscheiden:

  • Leseförderung im System Schule
  • Leseförderung als Curriculumentwicklung
  • Leseförderung als Teilhabe an der Medien- undInformationsgesellschaft
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