Internationale Sicherheits- und Friedenspolitik

Vorbemerkungen

Auf der einen Seite hat sich eine internationale Ordnung herausgebildet, die auf den Prinzipien der gegenseitigen Anerkennung der Staaten als Völkerrechtssubjekte sowie des Gewaltverzichts beruht. Auf der anderen Seite wird diese Ordnung durch alte und neue Formen kriegerischer Auseinandersetzungen in Frage gestellt. Gleichzeitig ist die Welt unübersichtlicher geworden: Sie ist durch ein Nebeneinander von großen Mächten und handlungsschwachen Staaten, von staatlichen und nichtstaatlichen Akteuren (wie internationalen Organisationen und Regimen, transnationalen Konzernen, NGOs etc.), von Regionen der Stabilität und Instabilität, von konventioneller und asymmetrischer Kriegsführung, von ethnischen, kulturell-religiösen und Ressourcenkonflikten gekennzeichnet. Friedenssicherung stellt daher eine permanente und dringliche Aufgabe dar.

Auf die Themen dieses Schulhalbjahres sind die zentralen politikwissenschaftlichen Erkenntnisweisen als Analyseinstrumente anzuwenden und hinsichtlich ihrer Aussagekraft zu reflektieren:

- die Dimensionen der Politik: die inhaltlich-normative Dimension (z. B. beim Vergleich unterschiedlicher Vorstellungen über die Rolle der Bundeswehr), die prozessuale Dimension (z. B. bei der Analyse des Ringens um eine UN-Resolution oder ein UN-Mandat), die institutionell-formale Dimension (z. B. bei der Analyse der rechtlichen Rahmensetzungen friedenssichernder Maßnahmen),

- der Politikzyklus (z. B. bei der Analyse eines Konflikts).

 

Vom grundlegenden Anforderungsniveau unterscheidet sich das erhöhte Anforderungsniveau

a) durch einen höheren Komplexitätsgrad (z. B. bei der Analyse eines Konflikts),

b) durch eine umfassendere Auseinandersetzung mit Theorien und Modellen der internationalen Beziehungen (insbesondere realistische, liberale und institutionalistische Schule der internationalen Politik; Weltordnungsmodelle: anarchisch, hegemonial, horizontale Selbstkoordination, Weltstaat),

c) durch eine breitere Anwendung und tiefere Reflexion der für das politikwissenschaftliche Denken relevanten Erkenntnisweisen (z. B. zivilisatorisches Hexagon).

Themen und Inhalte

1. Internationale Herausforderungen

• Alte und neue Formen kriegerischer Auseinandersetzungen (insbesondere zwischenstaatliche, semiprivate und private Kriege; asymmetrische Kriegsführung)

• Erscheinungsformen, Ursachen und Folgen des internationalen Terrorismus

• Globale Ressourcen und Ressourcensicherung (insbesondere Konflikte und Abkommen am Beispiel von Energiearten und Emissionen)

 

2. Akteure und Strategien der internationalen Sicherheits- und Friedenspolitik

• Deutsche Außen- und Sicherheitspolitik seit 1989/90 und die Rolle der Bundeswehr (insbesondere die Einordnung Deutschlands in UN-, EU- und transatlantische Zusammenhänge)

• Möglichkeiten internationaler Institutionen und Organisationen (UNO, NATO, EU) zur Friedenssicherung und Konfliktbewältigung

• Verrechtlichung der internationalen Beziehungen (insbesondere Internationaler Strafgerichtshof)

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