Spielegenres

Wenn man “Spieleratgeber” im Netz vergleicht, werden unterschiedliche Unterteilungen für die Genres der Computer- und Konsolenspiele getroffen. So finden sich bei der USK  (Genreunterteilung der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle) andere Spielegenres als beim Spieleratgeber NRW  (Genreunterteilung des Spieleratgeber NRW). Exemplarisch werden hier die Unterteilungen der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle aufgelistet.

Action-Adventure

Actionabenteuer – nach und nach erschließt sich eine abenteuerliche Aufgabe vor eher fantastischem Hintergrund. Hier steuert der Spielende seine Figur actionorientiert durch Dschungel, Katakomben und Verliese. Ein eigenes Genre, das sich vom klassischen Namensgeber (Adventure) deutlich unterscheidet. Denn der setzt ganz auf das Rätseln.

Eine große Anzahl der Spiele dieses Genres sind auf Grund von Spannung und Action erst für ältere Spieler geeignet (also eher nicht für Kinder).

Klassisches Adventure

Opulente Welten, stundenlanger Spielspaß, die Romane des Computerspiels – ganz ohne Zeitdruck von Rätsel zu Rätsel. Logikpuzzle werden gelöst, Gegenstände aus dem Inventar kombiniert (Point & Click), Informationen erworben und Antworten im Dialog gegeben (Multiple-Choice). Der Spielende sieht sich oft in Abenteuer,Verschwörungen oder Kampagnen verwickelt, deren Ausmaß er erst spät erkennt.

Spiele dieses Genres sind meist unbedenklich und werden dann ohne Altersbeschränkung freigegeben. Auf Grund der Komplexität und des Anspruchs sind manche Spiele für jüngere Kinder nicht beherrschbar.

Arcade

Zumeist überliefert aus der klassischen Spielhalle. Es geht schlicht um Punkte und den Hi-Score (die höchste Punktzahl). Eingesetzt werden Geschick und Reaktionsfähigkeit bei einem schnellen, unkomplizierten Spieleinstieg, einfacher Steuerung und einer übersichtlichen Spielaufgabe. Arcadespiele sind zugleich äußerst variantenreich (Racing, Shoot ‘em Up, Geschicklichkeit, Beat ‘em Up)

Auf Grund der Bandbreite dieses Genres finden sich hier Spiele in allen Freigabestufen. Die schlichte Spielidee prägt das dominierende Spielhandeln.

Denkspiel

Ohne Zeitdruck kann man sich eher die grauen Zellen als die Finger verknacksen. Eventuell ist auch Geschicklichkeit ein Punkt, aber zumeist geht es um Kombinationsgabe beim Lösen von Problemen, die oft schlicht und zweidimensional präsentiert werden.

Spiele dieses Genres sind meist unbedenklich und werden dann ohne Altersbeschränkung freigegeben. Auf Grund der Komplexität und des Anspruchs sind sie für jüngere Kinder oft nicht beherrschbar.

Genremix

Eher ein Qualitätsmerkmal: Ein hoher Wiederspielwert wird vermittelt. Genremix bezeichnet den steten oder zumindest möglichen Wechsel zwischen mindestens zwei Genres. Mehrere grundlegende Spielideen sind folglich miteinander verknüpft. Der Spielende muss auf mehreren Ebenen agieren, die sich durch Spielperspektive, Aufgaben, Komplexität, Zielsetzung und Anspruch unterscheiden (der managende, Säbel schwingende Pirat).

Auf Grund der Vielfalt dieses Spielangebots finden sich hier Spiele in allen Freigabestufen.

Gesellschaftsspiel

Den Spielenden erwartet ein Brett- oder Kartenspiel oder eine andere, zumeist klassische Spielvorlage mit komplexem, bekanntem Regelwerk und Mehrspielermodus. Die Visualisierung ist dem Original ähnlich.

Spiele dieses Genres sind meist unbedenklich und werden dann ohne Altersbeschränkung freigegeben. Auf Grund der Komplexität und des Anspruchs sind sie für jüngere Kinder oft noch nicht beherrschbar.

Jump ’n Run

Der Spielende steuert skurrile Spielfiguren, um hüpfend, springend, rennend verschiedene Plattformen zu erklimmen und Hindernisse zu überwinden. Jump’n Runs sind immer öfter mit Missionen, Adventureelementen und Waffen angereichert. Auch wurde die dritte Dimension (3D) der Spielwelt erklommen. Dennoch bleiben sie im Grunde große fantasievolle, themenorientierte Welten mit viel Abwechslung bei der Erfüllung nicht kriegerischer Aufgaben.

In diesem Genre finden sich sowohl reine Kinderspiele als auch mitunter Spiele, die auf Grund prägender Action-Anteile erst ab 12 Jahren freigegeben sind.

Kinder-/Kreativ

Hier finden sich viele der ausdrücklich für die jüngsten Spieler programmierten Angebote. Einfache bunte Aufgaben fordern und trainieren Fähigkeiten. Die Spiele knüpfen bei Erfahrungen mit anderen Medien und bei medialen Vorlieben der jüngsten Spielenden an. Manchmal werden spielerische Inhalten mit kreativen Produktionsaufgaben verknüpft, zumeist sind Aufgaben des Genres aber zweckfrei zu erspielen.

Regelmäßig sind diese Spiele für Kinder freigegeben, oft auch schon für die Allerjüngsten.

Management

Der Spielende ist in der Rolle des aufstrebenden Firmlenkers oder er managt eine komplexe Anlage. Konkurrenz, Finanzen, Mitarbeiter und technische Entwicklungen sind seine Themen. Im Unterschied zu den Genres der zivilen Simulation und der Aufbaustrategie geht es hier letztlich ganz um den monetär-wirtschaftlichen Aspekt.

Spiele dieses Genres sind meist unbedenklich und werden dann ohne Altersbeschränkung freigegeben. Auf Grund der Komplexität und des Anspruchs sind sie für jüngere Kinder nicht beherrschbar.

Rollenspiel

Der Spielende als Retter. In einer oft mittelalterlich geprägten, von allerlei Ungemach heimgesuchten Welt geht er innerhalb einer mehr oder weniger langatmigen Storyline in die Heldenposition. Für die Erfüllung der Quests (Aufgaben) wird eine Gruppierung von Spielcharakteren (Party) aufgebaut, die der Spielende in Kämpfe führt. Mit NPC’s (non playable characters) werden Dialoge geführt, um Informationen zu Quests zu erlangen. Untergenres sind das rundenbasierte und das actionorientierte Rollenspiel und das beliebte Rollenspiel online.

Auf Grund der Bandbreite dieses Genres finden sich hier Spiele in allen Freigabestufen. Viele Titel erhalten eine Freigabe ab 12 Jahren. Es gibt aber durchaus immer wieder auch höhere oder niedrigere Einstufungen.

Shooter

Der Schutz der eigenen Figur, das Schießen und Treffen von gegnerischen Spielfiguren stehen als Spielkonzept im Vordergrund. Es sind Missionen zu erfüllen, der Spielende führt seine Spielfigur durch offenes Gelände, Katakomben, Lagerhallen oder Einrichtungen, um Gegnerfiguren auszuschalten und die eigene Figur zum Ziel zu führen. Ein recht linearer Spielweg führt zu den Ausgängen der Spielabschnitte, die erfolgreich erreicht werden müssen. Dieses Genre kennt viele Variationen (Ego-Shooter, Third-Person-Shooter, Taktik-Shooter, Online-/LAN-Shooter).

Hier finden sich keine Kinderspiele. Die meisten Vertreter dieses Genres sind ab 16 Jahren freigegeben, erhalten »Keine Jugendfreigabe« oder »Keine Kennzeichnung«.

Simulation

Ob Technikfunktionen oder Lebensumgebungen – der Spielende vollzieht hier komplexe Zusammenhänge virtuell nach. Entweder in der zivilen Simulation, dann geht es zum Beispiel um Funktionen von Fahr- und Fluggerätschaften oder um das Leben von Menschen und um andere Wesen. In militärischen Simulationen werden dagegen technische Funktionen von hochkomplexen Gerätschaften nachvollzogen, egal aus welchem Jahrtausend sie kommen.

Militärische Simulation: Spiele dieses Genres werden zwar meist ab 12 oder 16 Jahren freigegeben. Sie werden allerdings von viel älteren Spielern bevorzugt und komplex beherrscht.

Sportspiel

Echte Sportarten realitätsnah nachgestellt. Geboten werden Originallizenzen, Kommentatoren und Gesichter, sodass auch Nichtspieler sich schnell und ohne Hürde zu Hause fühlen, weil sie die Regeln kennen. Sportspiele sind regelmäßig mehrspielerfähig und werden TV-ähnlich oder zumindest realitätsnahe präsentiert. Und erwartbar ist eine jährliche Neuauflage mit aktuellen Regel-, Trikot- und Kaderänderungen.

Meist finden sich in diesem Genre keine Inhalte oder Darstellungen, die Kinder beeinträchtigen können. Es gibt wenige Ausnahmen, in denen es dann doch recht »ruppig« wird.

Strategie

Sieg oder Niederlage – der Spielende ist der virtuelle Stratege, er geht planerisch vor und setzt gezielt seine unterschiedlichen Ressourcen oder Einheiten ein. Er steuert das Geschehen meist aus der isometrischen Perspektive (also mit Blick von schräg oben auf seine Spielfläche). Auch hier gibt es die eher zivile Form: Aufbaustrategie. Im Vordergrund stehen dann der Basen oder Städtebau, Ressourcenmanagement oder Diplomatie, Militär existiert vielleicht, der Einsatz ist aber nur Teil des Ganzen. Dagegen ist beim militärischen Strategiespiel der Konflikt Ausgangspunkt des Spielgeschehens.

Die meisten Spiele dieses Genres sind für Spieler unter 12 Jahren freigegeben. Militärische Strategie: Regelmäßig haben Spiele dieses Genres eine Freigabe ab 12 oder ab 16 Jahren.

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